Über das Stück
Der Himmel ist immer derselbe – und doch sieht ihn niemand gleich.
Wenn wir alle gleichzeitig nach oben blicken, sehen wir unterschiedliche Dinge. An einem Ort geht die Sonne auf, an einem anderen ist längst Nacht. Hier ziehen Wolken vorbei, dort spannt sich ein wolkenloses Blau über den Horizont. Schon die äußeren Bedingungen unterscheiden sich. Doch auch wenn wir nebeneinander stehen und in die gleiche Richtung schauen, nehmen wir die Welt nicht auf dieselbe Weise wahr.
Unsere Erfahrungen prägen unseren Blick. Unsere Erinnerungen, Hoffnungen, Ängste und Wünsche. Die Worte, die wir wählen, um zu beschreiben, was wir sehen, erzählen ebenso viel über uns selbst wie über das, was vor uns liegt.
Vielleicht ist das eine der großen Herausforderungen unserer Zeit: auszuhalten, dass verschiedene Menschen dieselbe Wirklichkeit unterschiedlich erleben. Dass Wahrnehmung nicht immer Übereinstimmung bedeutet. Dass die eigene Perspektive nie die einzige ist.
Wo Perspektiven aufeinandertreffen, entstehen Spannungen. Konflikte entstehen oft dort, wo Menschen darauf bestehen, Recht zu haben, wo sie versuchen, andere von ihrer Sicht zu überzeugen, anstatt deren Blick kennenzulernen. Doch genau in dieser Unterschiedlichkeit liegt auch eine Möglichkeit. Denn Vielfalt bedeutet nicht nur Widerspruch. Sie bedeutet Reichtum. Sie eröffnet neue Blickwinkel, erweitert Horizonte und schafft Räume für Begegnung.
Die Bereitschaft, andere Perspektiven kennenzulernen, bedeutet dabei nicht, alles für gleich wertig zu erklären. Begegnung braucht einen gemeinsamen Boden: den Respekt vor der Würde jedes Menschen. Dort, wo Menschen abgewertet, ausgeschlossen oder in ihrer Gleichwertigkeit infrage gestellt werden, gerät dieser Boden ins Wanken. Die Vielfalt der Perspektiven kann nur dort fruchtbar werden, wo die Menschlichkeit aller anerkannt bleibt.
„Zwischen Himmeln“ ist aus der Frage entstanden, was passiert, wenn wir einander wirklich begegnen. Wenn wir neugierig bleiben auf das, was andere sehen. Wenn wir lernen, die Welt nicht nur aus der eigenen Perspektive zu betrachten.
Der Titel verweist auf einen Raum des Dazwischen: zwischen Nähe und Distanz, zwischen Herkunft und Zukunft, zwischen individueller Erfahrung und gemeinschaftlichem Erleben. Inspiriert von dem Gedanken, dass hinter allen Wolken derselbe Himmel existiert, forscht das Projekt nach dem, was uns verbindet, ohne unsere Unterschiede aufzulösen.
Dabei geht es nicht darum, dieselbe Meinung zu haben oder dieselbe Geschichte zu erzählen. Es geht darum, nebeneinander stehen zu können und dennoch miteinander verbunden zu sein.
Ich stehe nie an deiner Stelle.
Aber an deiner Seite.
Ausgehend von dieser Haltung haben junge Menschen gemeinsam mit einem professionellen künstlerischen Team über Zugehörigkeit, Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalt geforscht. In einer Zeit, die von Krisen, Konflikten und Polarisierungen geprägt ist, haben sie im Persönlichen wie im Gesellschaftlichen nach Fragen, Bildern und Ausdrucksformen gesucht.
Die Texte, Bewegungen und Szenen dieser Performance sind aus ihren Perspektiven, Erfahrungen und Gedanken entstanden. Sie laden dazu ein, unterschiedliche Himmelsausschnitte kennenzulernen – und vielleicht für einen Moment die Welt mit den Augen eines anderen Menschen zu betrachten.
Einblicke in den Prozess
Wie entsteht ein Stück aus vielen Perspektiven?
Jedes Mal aufs Neue ist es spannend, wenn wir für ein Projekt ein Jugendensemble suchen. Wo finden wir junge Menschen, die Lust haben, sich auf einen gemeinsamen künstlerischen Prozess einzulassen? Die bereit sind, Zeit, Gedanken, Erfahrungen und Ideen einzubringen? Die neugierig sind auf andere Menschen und andere Perspektiven?
Auch dieses Mal begann alles mit einer Suche. Mit Flyern, E-Mails, Social-Media-Beiträgen und unzähligen WhatsApp-Nachrichten haben wir in der ganzen Stadt nach jungen Menschen gesucht, die Teil von „Zwischen Himmeln“ werden wollten.
Am Ende kamen rund 25 Jugendliche zu unserer ersten Probe. Mit ihnen begann die gemeinsame Stückentwicklung.
An insgesamt elf Probentagen trafen wir uns, um zu recherchieren, zu diskutieren, zu schreiben, zu improvisieren und uns zu bewegen. Jede Probe begann mit einem gemeinsamen Ankommen: einem Check-in, einem Warm-up und der Frage, was uns gerade beschäftigt. Von dort aus entstanden Texte, Bilder, Gespräche und Choreografien. Wir sammelten Geschichten, stellten Fragen, teilten Erfahrungen und suchten nach Ausdrucksformen für das, was uns bewegt.
Nach jeder Probe sichteten wir das entstandene Material. Aus einzelnen Gedanken wurden Themen, aus Fragmenten wurden Szenen, aus Begegnungen entstand langsam eine Dramaturgie. Schritt für Schritt wuchs aus vielen Stimmen ein gemeinsames Stück.
In der Endprobenwoche brachten wir dieses Material in den öffentlichen Raum – dorthin, wo Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten, Hintergründen und Perspektiven aufeinandertreffen.
So ist „Zwischen Himmeln“ entstanden: aus den Erfahrungen, Perspektiven, Gedanken, Gefühlen und Fähigkeiten von jungen Menschen, die bereit waren, uns an ihrer Lebenswirklichkeit teilhaben zu lassen.
In dieser Performance begegnen wir unterschiedlichen Sprachen, Geschichten, Erinnerungen, Hoffnungen und Fragen. Sie stehen nebeneinander, widersprechen sich manchmal, ergänzen sich an anderer Stelle und eröffnen neue Blickwinkel. Dazwischen entsteht Raum für die eigenen Gedanken des Publikums – für die Wolken, Erinnerungen und Fragen, die jede*r selbst mitbringt, wenn er oder sie zum Himmel blickt.
21 junge Perspektiven
„Ich finde es total toll, wie wir alle zusammengearbeitet haben und unsere Gedanken, Ideen und Gefühle geteilt haben.“ Alina
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„Gemeinsam zwischen Himmeln unter dem Regen zu stehen.“ Andrea
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„Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass wir als große Gruppe aus einer kleinen Idee ein ganzes Stück geschaffen haben.“ Anouk
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„Wir haben nicht nur super zusammengearbeitet, sondern auch echt viel Spaß gehabt und Erinnerungen geschaffen, die einfach sehr schön, emotional und voller Zusammenhalt sind.“ Árion
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„Am meisten bewegt haben mich die Begegnungen mit den anderen Beteiligten und ehrlich gesagt auch die vielen Gespräche zwischen den Programmpunkten.“ Carmélita
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„Am meisten hat mich beeindruckt, wie die unterschiedlichen Perspektiven und Antworten auf die Fragen waren und dass jeder irgendwie seine eigene Wahrnehmung hat zu genau der gleichen Frage.“ Fanny
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„Am meisten hat mich das Projekt an sich begeistert, ich bin einfach immer super gerne zu den Proben gekommen.“ Flora
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„Wie ich aus mir raus kommen musste und einfach mal mutig sein konnte, war schon eine Herausforderung, aber hat mich auch sehr bewegt und weitergebracht.“ Frida
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„Am meisten bewegt hat mich der erste Durchlauf, als alle Texte zusammenkamen und ich permanent Gänsehaut hatte, weil mich das Gesagte so berührt hat.“ Hugo
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„Mich hat die Beschäftigung mit dem Text und den Gedanken der anderen weitergebracht und es macht mir einfach Spaß, auf der Bühne zu stehen und die Texte zu sprechen!“ Hussein
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„Ich musste mich vielen neuen Herausforderungen stellen, die meinen Horizont nicht nur erweitert, sondern mich auch persönlich weitergebracht haben. Dadurch habe ich gelernt, neue Wege zu gehen und mich auf unbekannte Situationen einzulassen.“ Ida
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„Der Zusammenhalt und die Fürsorge aller Mitwirkenden hat mich mega inspiriert, ich bin dankbar, solche Menschen im Projekt an meiner Seite zu haben.“ Kaan
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„Am meisten bewegt hat mich, wie aus so vielen fremden Menschen ein tolles Team geworden ist.“ Lena
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„Ich habe richtig viele neue spannende Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Außerdem find ich es super schön, dass sich das fertige Stück so sehr nach jedem einzelnen aus der Gruppe, anfühlt.“ Lisa
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„Vieles! Aber am meisten beeindruckt mich, dass wir das Stück nicht auf einer Bühne, sondern draußen aufführen und die Umgebung miteinbeziehen.“ Michelle
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„Diese Produktion hat mir geholfen, meine Komfortzone zu verlassen und dadurch mein Selbstbewusstsein zu stärken.“ Mila
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„Ich hatte bei dem Projekt 'Zwischen Himmeln' nicht nur Spaß, es hat mich auch persönlich weitergebracht.“ Simon
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„Am meisten bewegt hat mich, dass ich trotz meiner Schwerhörigkeit ein Teil sein durfte. Die gemeinsame Arbeit hat mir gezeigt, wie wichtig Unterstützung und Zusammenhalt sind. Ich habe erlebt, dass jeder Mensch etwas beitragen kann, egal welche Beeinträchtigung er hat!“ Sirin
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„Mich hat während der Entwicklung des Stückes am meisten berührt zu sehen, was die anderen zu sagen haben, wie sie die Welt sehen.“ Sylvia
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„Am meisten beeindruckt hat mich, wie viel Spaß es macht, sich als Ensemble gemeinsam zu bewegen und aus Worten, Bewegungen und Musik so ein Kunstwerk zu kreieren.“ Valeria
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„Das Projekt hat mir wie alle bisherigen Projekte von Lokstoff bei welchen ich mitgewirkt habe sehr viel Ausgleich und neue Blickwinkel gegeben.“ Veit
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Team + Dank
REGIE: Wilhelm Schneck
TEXT: Jugendensemble Lokstoff!
KÜNSTLERISCHE LEITUNG: Kathrin Hildebrand
THEATERPÄDAGOGIK: Simon Kubat, Sezin Onay
CHOREOGRAFIE: Luciana Mugei
DRAMATURGIE: Paulina Mandl, Werner Kolk
KOSTÜME: Jessica Rank
MUSIK: Yoko Sen
PRODUKTIONSLEITUNG: Nicola Merkle
TECHNIK: Oliver Cordes
HELFER: Mahdi Hosseini
JUGENDENSEMBLE: Carmélita Adanhou, Sirin Al-Yakoub, Andrea Ammon, Valeria Anselm, Kaan Arici, Mila Asanovic, Frida Berg, Michelle Borchmann, Flora Dengler, Lisa Dengler, Sylvia Euth, Ida Heinz, Simon Kopf, Anouk Meder, Alina Melappioni, Hugo Moreno, Hussein Samo, Veit Schneider, Lena Steimle, Árion Szántó, Fanny Teufel
Mit herzlichem Dank an das Junge Ensemble Stuttgart, Produktionszentrum für Tanz und Performance Stuttgart e.V. und backsteinhaus produktion für die Unterstützung mit Proberäumen!
Recherche/Links
Essay von Jan Assmann "Lessings Ringparabel – die performative Wendung", 2016
Podcast von Geschichten aus der Geschichte: Eine kleine Geschichte der Sternbilder
Alles, was einen am Himmel interessieren könnte…
Projektförderung
Gefördert von:
Fonds Soziokultur
Stadt Stuttgart
Baden-Württemberg Stiftung
Helga & Ezard Reuter Stiftung
GLS Treuhand


„Ich finde es total toll, wie wir alle zusammengearbeitet haben und unsere Gedanken, Ideen und Gefühle geteilt haben.“
„Gemeinsam zwischen Himmeln unter dem Regen zu stehen.“
„Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass wir als große Gruppe aus einer kleinen Idee ein ganzes Stück geschaffen haben.“
„Wir haben nicht nur super zusammengearbeitet, sondern auch echt viel Spaß gehabt und Erinnerungen geschaffen, die einfach sehr schön, emotional und voller Zusammenhalt sind.“
„Am meisten bewegt haben mich die Begegnungen mit den anderen Beteiligten und ehrlich gesagt auch die vielen Gespräche zwischen den Programmpunkten.“
„Am meisten hat mich beeindruckt, wie die unterschiedlichen Perspektiven und Antworten auf die Fragen waren und dass jeder irgendwie seine eigene Wahrnehmung hat zu genau der gleichen Frage.“
„Am meisten hat mich das Projekt an sich begeistert, ich bin einfach immer super gerne zu den Proben gekommen.“
„Wie ich aus mir raus kommen musste und einfach mal mutig sein konnte, war schon eine Herausforderung, aber hat mich auch sehr bewegt und weitergebracht.“
„Am meisten bewegt hat mich der erste Durchlauf, als alle Texte zusammenkamen und ich permanent Gänsehaut hatte, weil mich das Gesagte so berührt hat.“
„Mich hat die Beschäftigung mit dem Text und den Gedanken der anderen weitergebracht und es macht mir einfach Spaß, auf der Bühne zu stehen und die Texte zu sprechen!“
„Ich musste mich vielen neuen Herausforderungen stellen, die meinen Horizont nicht nur erweitert, sondern mich auch persönlich weitergebracht haben. Dadurch habe ich gelernt, neue Wege zu gehen und mich auf unbekannte Situationen einzulassen.“
„Der Zusammenhalt und die Fürsorge aller Mitwirkenden hat mich mega inspiriert, ich bin dankbar, solche Menschen im Projekt an meiner Seite zu haben.“
„Am meisten bewegt hat mich, wie aus so vielen fremden Menschen ein tolles Team geworden ist.“
„Ich habe richtig viele neue spannende Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Außerdem find ich es super schön, dass sich das fertige Stück so sehr nach jedem einzelnen aus der Gruppe, anfühlt.“
„Vieles! Aber am meisten beeindruckt mich, dass wir das Stück nicht auf einer Bühne, sondern draußen aufführen und die Umgebung miteinbeziehen.“
„Diese Produktion hat mir geholfen, meine Komfortzone zu verlassen und dadurch mein Selbstbewusstsein zu stärken.“
„Ich hatte bei dem Projekt 'Zwischen Himmeln' nicht nur Spaß, es hat mich auch persönlich weitergebracht.“
„Am meisten bewegt hat mich, dass ich trotz meiner Schwerhörigkeit ein Teil sein durfte. Die gemeinsame Arbeit hat mir gezeigt, wie wichtig Unterstützung und Zusammenhalt sind. Ich habe erlebt, dass jeder Mensch etwas beitragen kann, egal welche Beeinträchtigung er hat!“
„Mich hat während der Entwicklung des Stückes am meisten berührt zu sehen, was die anderen zu sagen haben, wie sie die Welt sehen.“
„Am meisten beeindruckt hat mich, wie viel Spaß es macht, sich als Ensemble gemeinsam zu bewegen und aus Worten, Bewegungen und Musik so ein Kunstwerk zu kreieren.“
„Das Projekt hat mir wie alle bisherigen Projekte von Lokstoff bei welchen ich mitgewirkt habe sehr viel Ausgleich und neue Blickwinkel gegeben.“